• Phone
  • Contact us
  • Locations
  • Search
  • Menu

share

  • Add this article to your LinkedIn page
  • Add this article to your Twitter feed
  • Email this article
View or print a PDF of this page
.

"Die in der Vergangenheit etablierten Rollenbilder entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette müssen endgültig beiseitegelegt werden."

 

OlAf Remmler, Mitglied der Geschäftsleitung

 

Neuer Wettbewerb im deutschen Gasmarkt

Seit fünf Jahren führt PA Consulting Group regelmäßig Befragungen zur Entwicklung des Wettbewerbs im deutschen Gasmarkt durch. Dabei werden Regionalversorgungsunternehmen und Stadtwerke zu Themen von Gasbeschaffung und -vertrieb befragt. Um den Marktteilnehmern die aktuelle Wettbewerbssituation im Gasmarkt und Trends aufzuzeigen, hat PA die Studie im Sommer 2011 erneut aufgelegt. Die Ergebnisse zeigen die Weiterentwicklung des Wettbewerbs seit 2010 und die Erwartungen der Studienteilnehmer an die kommenden Jahre.

Im Zentrum stehen die Auswirkungen des konjunkturellen Nachfragerückgangs in Folge von Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der niedrigeren Gaspreisnotierungen an virtuellen Handelspunkten. Analysiert wird auch das verstärkte Bemühen von Endkunden und Weiterverteilern um bessere Lieferkonditionen auf Bezug und Vertrieb von Erdgas in 2011.

Die wichtigsten Ergebnisse in der Zusammenfassung:

  • Der Einfluss von Gaspreisnotierungen an virtuellen Handelspunkten auf die Ausgestaltung der Bezugs- und Absatzkonditionen ist gestiegen.
    Das Überangebot an Gas als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Liquidität an nordwesteuropäischen Handelspunkten erhöht. Inzwischen ist der auf Preisnotierungen an virtuellen Handelsplätzen basierende Marktpreis für Gas bei Neuabschlüssen mit großen Endkunden und Weiterverteilern etabliert. Die Bedeutung von traditionellem Anlegbarkeitsprinzip und ölpreisgebundenen Verträgen hat im Großhandel und Endkundenmarkt an Bedeutung verloren. Sie gelten nun als Obergrenze für die Entwicklung des mittel- bis langfristigen Preisniveaus. Future- und Spothandel hat in Folge von Handelsquotierungen signifikant unter dem Niveau langfristiger Lieferverträge und erweiterter Produktportfolien einen festen Platz in der Gasbeschaffung erhalten.

  • Der Wettbewerb zwischen Gasversorgern hat sich weiter intensiviert.
    Die Existenz von Wettbewerb auf Import- und Großhandelsebene gilt als Voraussetzung und Indikator von Wettbewerb im Endkundenmarkt. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die fortschreitende Diversifizierung des Beschaffungsportfolios von Weiterverteilern. Neben der Beschaffung an Börsen und Hubs sowie bei anderen EVU gewinnt insbesondere der Bezug direkt vom Produzenten an Bedeutung, mit verdoppeltem Anteil von rund 70%. Weder etablierte, noch neue Marktteilnehmer erzielen bei Neuabschlüssen einen klaren Vorteil, rund 45% der Befragten nutzen beide. Lediglich Beschaffungskooperationen verlieren im Vergleich zum Vorjahr.

    Bei der Preisverhandlung der Bezugs- und Absatzverträge orientierten sich im Vergleich zum Vorjahr mehr Befragte an den Notierungen der Energiemärkte (+27%) oder nutzten Festpreise (+9%). Ölpreisformeln und Anlegbarkeitsprinzip verlieren weiter an Bedeutung (-19%). Auf der Absatzseite lösten rund 90% der Teilnehmer Industriekundentarife vom Ölpreis, bei Gewerbekunden lag dieser Anteil immerhin noch bei rund 60%. An die Stelle der Ölpreisbindung tritt oft die Indexierung an Notierungen der virtuellen Handelspunkte (rund 80%). Auch zukünftig planen Stadtwerke und Regionalversorger hauptsächlich die Einführung von Hubindexierung, die Loslösung vom Ölpreis und eine grundsätzliche Veränderung der Lieferformel, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

  • Die Erwartungen an eine Ausweitung von Vertriebsregionen sind gesunken:
    Neue wie etablierte Anbieter, traditionelle Vorlieferanten, Ferngasgesellschaften und Regionalversorger bemühen sich um die überregionale Erweiterung ihres Kundenportfolios. Im Vergleich zu den Vorjahren sinkt jedoch die Erwartung an die Möglichkeit der Kompensation von Umsatzverlusten durch die Ausweitung von Vertriebsgebieten. Rund 85% gehen von bis zu 10% Absatzwachstum aus, nur noch 8% erwarten mehr als 20%. Biogas spielt bei der Ausweitung von Vertriebsaktivitäten bei den Teilnehmern bisher eine geringe Rolle, wird jedoch mehrheitlich für zukünftige Absatzportfolien berücksichtigt.

Die in der Vergangenheit etablierten Rollenbilder entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette müssen endgültig beiseitegelegt werden. Sowohl im Großhandel als auch beim Absatz an Endkunden von Erdgas konkurrieren traditionelle und neue Versorger um Kunden. Die Etablierung von neuen Bepreisungsmechanismen und Festpreisen entspricht einer Verschiebung von Marktmacht zugunsten der Abnehmer. Die größte Herausforderung für Anbieter liegt heute in der Zusammenführung der Preisbildungskonditionen auf Absatz- und Bezugsseite.

Um den vollständigen Ergebnisbericht dieser Studie zu erhalten, klicken Sie bitte hier.

By using this website, you accept the use of cookies. For more information on how to manage cookies, please read our privacy policy.

×